Beim Medical Flossing wird ein elastisches Gummiband unter Zug um ein Gelenk oder eine Muskelgruppe gewickelt. Das Verfahren ergänzt unsere übrigen Behandlungen.
So funktioniert es
Das Band wird mit kräftigem Zug von körperfern nach körpernah um die zu behandelnde Struktur gewickelt. Anschließend bewegen wir die Stelle etwa zwei Minuten lang aktiv oder passiv. Danach nehmen wir das Band wieder ab.
Wofür es eingesetzt wird
Medical Flossing lässt sich in viele Behandlungen einbauen, bei denen es um die Verbesserung der Beweglichkeit, die Verringerung von Schmerzen oder den Abbau von Schwellungen geht. Viele Patientinnen und Patienten berichten nach der Anwendung von einem befreienden Gefühl, mehr Bewegungsfreiheit und weniger Schmerz.
Was dahinter vermutet wird
Zur Wirkung gibt es drei Erklärungsmodelle:
- das Lösen von Verklebungen im Bindegewebe (Faszien)
- die Überlagerung von Schmerzreizen über Rezeptoren der Haut
- ein „Schwammeffekt“: Das Gewebe wird durchspült und kann sich wieder mit frischer Flüssigkeit füllen
Die Wirksamkeit wird noch erforscht. Bislang stützt sich das Verfahren vor allem auf Praxiserfahrung und erste Pilotstudien.
Gut zu wissen
In manchen Situationen darf das Verfahren nicht angewendet werden, zum Beispiel bei einer Thrombose oder Durchblutungsstörungen. Ob Medical Flossing für Sie infrage kommt, klären wir vorab im Gespräch.
Grundlage: Fachgespräch mit Ralf Blume und Andreas Ahlhorn, pt_Zeitschrift 10/2015 (physiotherapeuten.de).
